Handwerkerhof Gera /// Ein Teil Geraer Industriegeschichte

  • Objekt-NrTIG 69
  • Kaufpreis
    1.500.000,00 €

Objektangaben

Art
Gewerbezentrum
Stellplätze
40
Baujahr
1900
Gesamtfläche
3062.09 m²
Nutzungsart
Gewerblich
Vermarktungsart
Kauf
Postleitzahl
07548
Ort
Gera
Provisionspflichtig
Ja
Courtage
3,48% des Kaufpreises

Ausstatung

Stellplatzart
Garage

Objektbeschreibung

Jahresnettomiete: 108.000€


Dieser einzigartige Industrieklinkerbau hat eine lange Geschichte.

Die Firma Lechla & Mehlhorn wurde 1881 als Filztuchfabrik gegründet.
Nach Erwerb der Grundstücke entlang der Ausfallstraße in Richtung Weida wurde 1895 mit dem Bau des Betriebes begonnen. Es wurde das an der Straße stehende Büro- und Lagergebäude sowie Shedhallen für Spinnerei,
Rauherei, Websaal, Walkerei, Wäscherei und Maschinenhaus errichtet.
Erste Umbauten und Erweiterungen, für ein Trockenraum, Wollager und eine Reißerei wurden 1912 veranlasst. Die Firma, die
die Filztuchproduktion als Schwerpunkt ihrer Produktion ansah, stellte sich auf Grund der wachsenden Nachfrage nach 1945 immer mehr auf die Herstellung technischer Textilien um, wie Gewebe aus synthetischen Fasern, Vliesstoffen und Industrietextilien.
Nach Enteignung der Firmengründer 1948 wurde 1949 der VEB Feintuchfabrik Gera gegründet, der 1970 dem VEB Technische Textilien Meerane als Werk II angeschlossen wurde. Mit Bildung der GmbH Anfang der 1990er Jahre wurde der Betrieb in Gera wieder eigenständig. Der Rückgang des Absatzes der Produkte führte zu einer drastischen Reduzierung der Belegschaft und zur Verringerung der Produktionsflächen. Der Betrieb wurde geschlossen.

Der Gebäudebestand der Filztuchfabrik war ein repräsentatives Beispiel für den Industriebau um 1900 in Gera.
Die um 1895 unter Regie des Architekten Friedrich Köberlein angelegte Fabrik, bestehend aus Verwaltungsgebäude
und einer Shedhalle, war seinerzeit führender Produktionsstandort in Mitteldeutschland zur Herstellung von Filztüchern. Unter dem Architekten Georg Engelhardt wurde 1912 der Betrieb durch eine als Websaal genutzte Shedhalle erweitert, 1922 durch eine Bogenbinderhalle an der nördlichen Grundstücksgrenze und 1926 durch ein Wolllager die stets nach Entwürfen von Engelhardt ausgeführt wurden. Das Feintuchwerk Gera nutzte ab 1949 den Komplex und wurde von 1970 bis 1990 durch die Technische Textilien Meerane abgelöst. 1993 wurden einzelne Gebäude, darunter die Bogenbinderhalle, abgerissen. Heute wird der Gebäudekomplex verschieden genutzt, u. a. durch Handwerkerhof und Ordnungsamt.

Der „Handwerkerhof“ in Gera!

Einst Pilotprojekt für Thüringen und heute ein Gewerbeareal mit Hotspot – Charakter.
Im innerstädtischen Gewerbegebiet in der Wiesestraße, welches die Stadt zu einem blühenden Standort entwickelt hat, herrscht eifriges Treiben.

Zum Verkauf hier steht das ehemalige Verwaltungsgebäude mit Shedhalle!


Verwaltungsgebäude:

Von dem ausgedehnten Baukomplex sind Verwaltungsgebäude mit Shedhalle von 1895, Websaal von 1912 und
die Toreinfahrt mit Einfriedung entlang der Wiesestraße erhalten geblieben. Die Grundstücksmitte beherrscht das
viergeschossige, 11 x 3-achsige Verwaltungsgebäude unter flach geneigtem Satteldach. Aufgeputzte, horizontale Gurtbänder auf Höhe der Sohlbänke und Sturzgewände der segmentbogigen Fenster umgürten gleichsam den streng majestätisch wirkenden, roten Verblendklinkerbau, der auch horizontal durch die Gesimse über Erd- und zweitem Obergeschoss und vertikal durch Lisenen an Ecken und Längsseiten betont wird. Die Stirnfronten nach Westen und Osten zieren attikaartig ausformulierte Treppengiebel, deren Putzfelder einst den bereits von weitem gut sichtbaren Firmenschriftzug
aufnahmen. Hinter dem Gebäudezugang an der Ostseite liegt das Treppenhaus mit neuzeitlichem Bodenbelag, aber mit
verbliebenem, historischem, schmiedeeisernem Geländer. Die Kellerdecke ist als Fischbauchdecke (eine Eisenbetonkonstruktion mit an der Unterseite sichtbaren segmentbogigen Querträgern) ausgeführt, heute unter Brandschutzverkleidung verborgen.

Kfz-Handwerksbetriebe, einige Behörden und diverse andere gewerbliche Mieter sind hier untergebracht.
Beim Fachdienst Ordnungsangelegenheit kann der Bürger sein Auto um - oder anmelden, sich gleich ebenso nach einem Umzug.
Kfz-Schilder gibt es beim zugelassenen Hersteller eine Tür weiter.
Das Gewerbeamt sitzt im Dachgeschoss und betreut die unternehmerischen Belange in Sachen Genehmigungen.


Shedhalle:

Die Shedhalle besteht aus zehn Sheds, die drei nördlichen waren ursprünglich wie diejenigen vomWebsaal
länger. Sie wurden 1993 gekürzt um mit den übrigen Sheds eine gemeinsame Fassadenflucht zu bilden. Die Stirnseiten
zeigen ungegliedertes Klinkermauerwerk mit Rundbogenfenster imGiebelfeld und verbindendemPutzband in Traufhöhe.Der ebenfalls aus Klinkern gefügte, aus acht zur Wiesestraße ausgerichteten Sheds bestehende Websaal entspricht gestalterisch der älteren Shedhalle.
Sie hat heute Platz für 40 Stellplätze, die sich großer Beliebtheit für Wohnmobile und andere Dauerparker erfreuen.

Sonstiges

Die Angaben in diesem Exposé stammen vom Eigentümer. Die Fa. TIG Thüringer Immobiliengesellschaft mbH überprüfte diese Angaben lediglich auf Plausibilität und übernimmt hierfür keine weitergehende Haftung. Insbesondere ist die Baugenehmigung nicht eingesehen worden und eine Kontrolle der Wohnflächen und zum Baujahr des Hauses hat nicht stattgefunden. Die Haftung der Fa. TIG Thüringer Immobiliengesellschaft mbH auf Schadenersatz ist beschränkt auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.
Die Fa. TIG Thüringer Immobiliengesellschaft mbH (haftungsbeschränkt) als Makler, bietet Ihnen vorstehendes Objekt zum Abschluss eines Maklervertrages an.
Die Angaben im Exposé sind vertraulich zu behandeln. Die Weitergabe an Dritte ist nur im Zusammenhang mit der geschäftlichen Abwicklung zulässig.
Objektbesichtigungen und Verhandlungen sind nur mit unserem Büro zu führen.
Das Angebot ist freibleibend, Zwischenverkauf bzw. Zwischenvermittlung bleiben uns vorbehalten.

Kontakt

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Gewerbe (nichtwohn)
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